Schlauchwartung: Verschleiß früh erkennen

Der Frontlader muss arbeiten. Der Bagger hat einen Auftrag. Und die Presse soll den nächsten Fertigungsschritt erledigen. Wenn ein Hydraulikschlauch ausfällt, steht oft mehr still als eine einzelne Maschine. Mitarbeiter warten, Termine verschieben sich und geplante Arbeiten bleiben liegen.

Mit regelmäßiger Schlauchwartung können Sie Verschleiß frühzeitig erkennen und einen notwendigen Austausch besser planen. Dafür lohnt sich ein genauer Blick: auf die Schlauchoberfläche, die Anschlüsse und die Stellen, an denen sich Leitungen bewegen.

Doch welche Veränderungen sind kritisch? Wann muss ein Hydraulikschlauch raus? Und was können Sie als Betreiber selbst erkennen? Dieser Beitrag hilft Ihnen, Warnzeichen einzuordnen und die Wartung sinnvoll in Ihren Betriebsalltag einzubauen.

Schlauchwartung Verschleiß

Warum Hydraulikschläuche Aufmerksamkeit brauchen

Hydraulikschläuche machen im Alltag einiges mit. Am Traktor bewegen sie sich mit dem Anbaugerät. Am Bagger folgen sie dem Ausleger. In einer Produktionsanlage arbeiten sie zwischen Bauteilen, die wenig Platz lassen.

Dabei können enge Biegungen, Reibung oder eine ungünstige Verlegung die Leitungen belasten. Auch Druck und Temperatur müssen zum eingesetzten Schlauch passen. Treten Schäden wiederholt an derselben Stelle auf, sollte deshalb immer die Ursache untersucht werden. Ein neuer Schlauch allein löst das Problem einer scharfen Kante nicht. Hinweise zu solchen Schadensursachen enthält der Hydraulik-Leitfaden von Gates.

Für Ihren Betrieb zählt vor allem die Planbarkeit. Einen Austausch können Sie möglicherweise vor den nächsten Großeinsatz legen. Ein Ausfall mitten in der Ernte oder während eines Kundenauftrags lässt Ihnen deutlich weniger Spielraum.

Schlauchwartung beginnt daher mit einer einfachen Gewohnheit: Schauen Sie bewusst hin, bevor eine kleine Auffälligkeit im Tagesgeschäft untergeht.

Schlauchwartung: Diese Zeichen für Verschleiß sollten Sie kennen

Nicht jeder Schaden sieht gleich aus. Manche Veränderungen fallen sofort auf. Andere verstecken sich an schlecht einsehbaren Stellen oder unter anhaftendem Schmutz. Beziehen Sie deshalb auch Übergänge, Befestigungen und die Umgebung der Leitung ein.

Risse und Scheuerstellen

Achten Sie auf Risse, Schnitte und abgeriebene Bereiche der Außenschicht. Besonders kritisch sind Schäden, durch die die darunterliegende Verstärkung sichtbar wird. Auch eine versprödete Oberfläche mit Rissbildung gehört fachlich beurteilt.

Typische Kontrollpunkte liegen dort, wo Schläuche an anderen Bauteilen anliegen oder durch Halterungen laufen. Eine solche Kontaktstelle verdient besondere Aufmerksamkeit.

Blasen, Knicke und Quetschungen

Ein Schlauch sollte keine ungewöhnlichen Ausbeulungen, abgeflachten Stellen oder bleibenden Knicke zeigen. Solche Verformungen zählen ebenso zu den Prüfkriterien wie Schäden an der Außenschicht.

Veränderungen an den Anschlüssen

Zur Schlauchleitung gehören auch die Armaturen an ihren Enden. Achten Sie auf beschädigte Anschlüsse, auffällige Korrosion oder einen Schlauch, der aus seiner Armatur herauswandert. Die DGUV Regel 113-020 nennt diese Veränderungen als relevante Prüfkriterien.

Ölspuren und veränderte Oberflächen

Feuchte Stellen, Tropfen oder öliger Schmutz können auf eine Undichtigkeit hinweisen. Ebenso verdienen Verhärtungen, Erweichungen oder andere auffällige Materialveränderungen Aufmerksamkeit. Eine Sichtkontrolle hilft, solche Hinweise zu entdecken. Sie ersetzt jedoch keine fachliche Bewertung der Ursache. Der Hydraulikkatalog von Gates beschreibt entsprechende Kontrollmerkmale.

Für den Betriebsalltag hilft eine klare Regel: Wer eine Auffälligkeit entdeckt, meldet sie sofort an die zuständige Person. So bleibt die Entscheidung über den weiteren Einsatz nicht zwischen zwei Schichten liegen.

Bei einer Leckage gilt: Abstand halten und sicher stillsetzen

Ein undichter Hydraulikschlauch ist kein Fall für eine schnelle Kontrolle mit der Hand. Unter hohem Druck kann Flüssigkeit durch eine winzige Öffnung austreten und die Haut durchdringen. Der Strahl muss dabei nicht gut sichtbar sein.

Suchen Sie Leckagen niemals mit den Fingern oder durch Abtasten einer Leitung.

Setzen Sie die Maschine bei einem vermuteten Schlauchschaden nach Betriebsanleitung sicher still. Halten Sie andere Personen vom Gefahrenbereich fern. Beauftragen Sie Fachpersonal mit der weiteren Prüfung und Instandsetzung.

Beachten Sie dabei: Ein ausgeschalteter Motor bedeutet nicht automatisch, dass die Hydraulik drucklos ist. Im System kann weiterhin Druck anstehen. Auch angehobene Maschinenteile müssen entsprechend den Herstellervorgaben gegen unbeabsichtigte Bewegungen gesichert sein.

Versuchen Sie außerdem nicht, einen defekten Hydraulikschlauch mit Klebeband, Schellen oder ähnlichen Hilfsmitteln abzudichten. Eine ausgefallene Schlauchleitung muss ersetzt werden. Auf diese Gefahren weist der Sicherheitsleitfaden von Parker ausdrücklich hin.

Schlauchwartung Verschleiß

Wie oft ist eine Schlauchwartung sinnvoll?

Eine Maschine läuft täglich viele Stunden. Eine andere kommt nur wenige Wochen im Jahr zum Einsatz. Deshalb passt ein einziges Wartungsintervall nicht zu jedem Betrieb.

Unterscheiden Sie zwischen der Sichtkontrolle im Arbeitsalltag und den festgelegten fachlichen Prüfungen. Für deren Umfang und Fristen sind unter anderem die Einsatzbedingungen, die Herstellervorgaben und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung maßgeblich. Die DGUV-Fachinformation zum Prüfen und Auswechseln von Hydraulik-Schlauchleitungen erläutert diese Zusammenhänge.

Organisieren Sie die Abläufe möglichst konkret:

  • Legen Sie fest, wer Auffälligkeiten meldet.
  • Benennen Sie eine Person, die Wartungstermine koordiniert.
  • Halten Sie Prüfergebnisse und Austauschdaten an einem festen Ort fest.
  • Planen Sie anstehende Arbeiten vor stark ausgelasteten Betriebsphasen.
  • Geben Sie Informationen bei Fahrer- oder Schichtwechseln weiter.

Ein Beispiel aus der Landwirtschaft: Vor der Saison steht ohnehin die Vorbereitung der Maschinen an. Nutzen Sie diesen Termin, um auch die Unterlagen zur Schlauchwartung durchzugehen. Welche Prüfungen stehen an? Welche Leitungen wurden zuletzt ersetzt? Gibt es noch offene Hinweise vom vergangenen Einsatz?

Dasselbe Vorgehen funktioniert im Bauunternehmen oder in der Werkstatt. Entscheidend ist, dass aus einer Erinnerung eine fest eingeplante Aufgabe wird.

Wann müssen Sie Hydraulikschläuche austauschen?

Sobald eine Schlauchleitung sicherheitsrelevante Mängel aufweist, darf sie nicht einfach weiterarbeiten. Ein Austausch kann aber auch wegen ihres Alters anstehen, obwohl außen kein Schaden sichtbar ist.

Schläuche altern selbst bei sachgemäßer Lagerung und zulässiger Beanspruchung. Deshalb lässt sich ihre weitere Verwendbarkeit nicht allein nach dem Aussehen beurteilen. Beachten Sie die festgelegten Austauschintervalle und die Angaben des Herstellers. Eine pauschale Lebensdauer für alle Maschinen und Einsatzbedingungen gibt es nicht. Auch darauf geht die DGUV-Fachinformation zum Schlauchaustausch ein.

Für Sie als Betreiber lohnt sich deshalb eine übersichtliche Maschinenakte. Darin können Sie festhalten, wann eine Leitung eingebaut, geprüft oder ausgetauscht wurde. Bei mehreren Maschinen erleichtert eine eindeutige Zuordnung die Übersicht erheblich.

Besonders bei gebraucht gekauften Geräten sollten Sie die vorhandenen Unterlagen prüfen. Fehlen Angaben, lassen Sie den Zustand und das weitere Vorgehen fachlich klären. Die Aussage „Der Schlauch war schon dran“ hilft bei der Wartungsplanung wenig.

Ein geplanter Austausch schafft dagegen einen klaren Ausgangspunkt für die weitere Dokumentation.

Schlauchwartung Verschleiß

So vermeiden Sie unnötige Belastungen im Alltag

Viele Betreiber kennen die Stellen ihrer Maschine, an denen es besonders eng wird. Genau dort lohnt sich Aufmerksamkeit. Lassen Sie auffällige Leitungsführungen prüfen, statt sich an wiederkehrende Schäden zu gewöhnen.

Scheuert ein Schlauch am Rahmen, kommen je nach Anwendung eine geänderte Verlegung oder ein geeigneter Schutz infrage. Auch zu enge Biegungen und Zugbelastungen gehören überprüft. Die passende Lösung richtet sich nach der Maschine und den Vorgaben für die Schlauchleitung. Der Gates-Leitfaden zur Fehlersuche behandelt diese Ursachen und mögliche Maßnahmen.

Achten Sie außerdem beim Umgang mit Anbaugeräten darauf, abgelegte Schläuche nicht zu überfahren oder über scharfkantige Flächen zu ziehen. Leitungen sollten beim Lagern vor schädlichen Umgebungseinflüssen geschützt sein. Dazu gehören beispielsweise intensive UV-Strahlung und ungeeignete Chemikalien. Hinweise zu Handhabung und Lagerung finden sich im Gates-Hydraulikkatalog.

Hilfreich ist auch ein kurzer Austausch im Team: Wo treten häufig Probleme auf? Bei welchem Anbaugerät liegen Leitungen ungünstig? Welche Beschädigung ist schon mehrfach vorgekommen?

Solche Beobachtungen geben dem Fachbetrieb konkrete Anhaltspunkte. So kann die nächste Wartung gezielt an den bekannten Schwachstellen ansetzen.

Schlauchwartung und Austausch mit HEKÖ Hydraulik

Wenn Sie eine Auffälligkeit entdecken, brauchen Sie eine fachliche Einschätzung und einen passenden nächsten Schritt. Wir bei HEKÖ Hydraulik unterstützen Sie bei der Schlauchwartung und beim Austausch von Hydraulikschläuchen.

Unser Hydraulikschlauch-Service fertigt passende Schlauchleitungen auch direkt beim Kunden an und baut sie in die Maschine ein. Dafür steht ein ausgestattetes Servicemobil bereit.

Gerade bei großen oder schwer transportierbaren Geräten kann die Arbeit vor Ort den organisatorischen Aufwand verringern. Sie müssen nicht zunächst einen Transport zur Werkstatt organisieren. Welche Arbeiten sich an Ihrer Maschine durchführen lassen, klären wir anhand des konkreten Bedarfs.

Unser mobiler Hydraulikservice umfasst außerdem Wartung, Fehlerdiagnose sowie den Aus- und Einbau von Einheiten. Auch Inbetriebnahmen sind vor Ort möglich.

Für die Abstimmung helfen einige Angaben: Um welche Maschine geht es? Wo steht sie? Welche Auffälligkeit haben Sie bemerkt? Halten Sie nach Möglichkeit Hersteller, Modell und vorhandene Unterlagen bereit. Fotos können die Vorbereitung ergänzen, sofern Sie diese aus sicherer Position aufnehmen können.

So lässt sich der Einsatz besser vorbereiten und die weitere Vorgehensweise gezielt besprechen.

Wartung einplanen, bevor der nächste Auftrag wartet

Im laufenden Betrieb drängen viele Aufgaben gleichzeitig. Ein Wartungstermin lässt sich da leicht verschieben. Umso hilfreicher sind feste Zuständigkeiten und ein einfacher Überblick über den Zustand Ihrer Maschinen.

Beginnen Sie mit den Geräten, die Ihren Arbeitsablauf besonders stark bestimmen. Prüfen Sie die Unterlagen, sammeln Sie offene Hinweise und planen Sie die nächsten Schritte mit ausreichend Vorlauf.

Regelmäßige Schlauchwartung hilft Ihnen, Verschleiß früh zu erkennen und notwendige Arbeiten zu organisieren. HEKÖ Hydraulik unterstützt Sie dabei mit Schlauchservice, Austausch und fachlicher Hilfe direkt vor Ort.

Schlauchwartung Verschleiß